|
Er ist nicht nur einer der wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten in der europäischen Jazzszene, sondern vor allem auch ein anerkannter Meister der Komposition und des Arrangements: Louis Sclavis. Auf seiner neuesten CD "L`affrontement des Prétendants" (VÖ 29.1.2001) - seiner ersten ECM-Aufnahme seit 5 Jahren - stellt er eine aufregende neue Gruppe vor.
Das exzellente Ensemble besteht aus dem Ausnahme-Trompeter Jean-Luc Cappozzo, der für viele eine grossartige Neuentdeckung sein wird. Sein Sound erinnert an die frühen Ellington-Trompeter Bubber Miley oder auch Cootie Williams.
Mit dabei ausserdem Vincent Courtois als einer der wenigen Cellisten, denen es leichtfällt, sich sowohl im Jazz als auch in transkulturellen Kontexten zu bewegen. Gehört wurde er in der Vergangenheit mit Grössen aus Jazz- und Weltmusik wie Tomasz Stanko, Joachim Kühn, Michel Petrucciani oder Rabih Abou-Khalil. Der Schlagzeuger Francois Merville spielte zunächst "nur" klassische Musik, bevor er zum Jazz kam und seine eindrucksvolle Arbeit beinhaltet u.a. mit dem Ensemble von Pierre Boulez oder dem Jacky Terrasson Trio.
Sclavis selbst verausgabt sich hier sozusagen auf seinen Klarinetten, er gilt als der wichtigste Improvisateur auf diesem Instrument seit Jimmy Giuffre's Glanzzeit. Auf seinen vielen Reisen in den letzten 3 Jahren durch Nord und Süd Amerika, Afrika, China, Japan und Indonesien sammelte er zahlreiche Ideen, die er talentiert in Musik verwandelt: Auf dieser Aufnahme finden sich Stücke, die sich mit Maputo befassen oder auch mit Lounes Matoub, dem ermordeten algerischen Protestsänger. Komponenten in Sclavis' Musik sind Jazz w ie Folklore, als auch freies Spiel und eine ganz besondere Art des Swing. Genau die richtige Mischung für sein anspruchsvolles Publikum und eine bereichernde Entdeckung für alle, die in Zukunft dazugehören möchten.
|