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Sangam

Artist: Charles Lloyd, Eric Harland, Zakir Hussain

Veröffentlichungsdatum: 07.04.2006
CD Bestellnr.: 0602498751831 | ECM Records

Auf seinem jüngsten Album "Sangam" stellt Charles Lloyd der Jazzwelt sein neues atemberaubendes Trio mit dem indischen Tabla-Meister Zakir Hussain und dem jungen Schlagzeuger Eric Harland vor. "Sangam", das übrigens Lloyds erstes Live-Album für ECM ist, wurde 2004 im Lobero Theater in Santa Barbara (Kalifornien) beim ersten Auftritt des Trios im Rahmen eines Gedenkkonzerts für Billy Higgins mitgeschnitten. Lloyd frönte bei dieser Gelegenheit ausgiebiger denn je zuvor seinem seit langem bekannten Faible für fernöstliche Klänge.

Bereits in den frühen und mittsechziger Jahren ließ sich Lloyd bei seinen Tenorsaxophon-Improvisationen von Sitar-Spielern und Dhrupad-Sängern fast so sehr beeinflussen, wie von den Jazzgrößen, die Lester Youngs Linie weitergeführt hatten, oder den expressiven Meistern des Blues. Die emotionalen Klimate der Raga wirkten sich auch auf Lloyds epische modale Kompositionen aus. In den frühen 70ern arbeitete er auf Platten mit dem Sarodspieler Aashish Khan und dem Tablaspieler Pranesh Khan zusammen. Seine Tourbands waren hingegen meist konventionell mit Saxophon, Piano und/oder Gitarre, Baß und Schlagzeug besetzt.

Erst die Zusammenarbeit mit Billy Higgins änderte dies. Auf "Which Way Is East" (2001 aufgenommen) und bei einigen Konzerten des Duos, die der Einspielung dieses Albums vorausgegangen waren, spielten Lloyd und der befreundete Schlagzeuger Musik, die mit den Definitionen des Jazz nicht mehr zu fassen war - sie streiften andere Traditionen, kombinierten diese miteinander und spielten eine sehr formoffene, pankulturelle Musik. Der Geist der Kollaboration mit Higgins sollte ursprünglich auch in dem Trio weiterleben, das "Sangam" einspielte. Doch die Band, die bereits ausgiebig durch die Welt getourt ist und von Montréal bis Madrid mit stehenden Ovationen und begeisterten Kritiken gefeiert wurde, fand sehr schnell zu einer ganz eigenen starken Identität.

Obwohl das Trio nur aus einem Saxophonisten und zwei Perkussionisten besteht, wirkt es überraschenderweise wie eine komplette Band. "Es gibt so viele Nuancen...", meint Lloyd. "Manchmal wirkt das Trio fast schon orchestral. Es gibt keinen Begleiter und keinen Leader. Der Teppich, auf dem wir fliegen, wird von der Energie aller getragen und auch von all dem, was durch uns hindurchfließt." Das Wort "Sangam", das diesem Album den Titel gab, hat eine ganze Reihe von Bedeutungen. Es steht u.a. für Zusammenfluß, Treffpunkt oder Zusammenkunft, im buchstäblichen wie im metaphorischen Sinne. "Triveni sangam" ist ein Zusammenführung von drei Wegen oder von drei Flüssen, die sich vereinen und als ein Fluß weiterfließen. Fließen - freies und ungehindertes Fließen - ist für die Mitglieder dieser Band von zentraler Bedeutung. Hussain und Harland wurde in dieser Musik viel Raum gelassen, den sie auch ganz hervorragend nutzen.


Tracklisting:

1. Dancing On One Foot 09:07 Universal Music
2. Tales Of Rumi 11:59 Universal Music
3. Sangam 09:20 Universal Music
4. Nataraj 02:47 Universal Music
5. Guman 11:40 Universal Music
6. Tender Warriors 08:56 Universal Music
7. Hymn To The Mother 11:50 Universal Music
8. Lady In The Harbor 03:28 Universal Music
9. Little Peace 05:54 Universal Music